Auf einer dunkelblauen Fläche stehen drei offene Kisten unterschiedlicher Größe, ineinander verschachtelt. In der kleinsten, türkisfarbenen Kiste in der Mitte liegen einige sandfarbene Kacheln.

Unsichtbare iPhone-Backups: was darin landet und wo du sie findest

Die meisten iPhone-Besitzer haben ihr Backup noch nie gesehen. Es entsteht nachts, während das Telefon lädt, meldet sich nicht und lässt sich nicht wie ein normaler Ordner öffnen. Deshalb nennt man es unsichtbar. Dabei kann es fast alles enthalten, was auf dem Telefon ist: Fotos, Chats, App-Daten. Irgendwo in iCloud liegen vielleicht noch Backups eines Telefons, das du vor zwei Jahren verkauft hast, und auf einem alten Laptop steckt ein Backup aus iTunes. Dieser Ratgeber zeigt, welche Backups das iPhone erstellt, was darin landet und was nicht, wie du vergessene Backups findest und Überflüssiges löschst.

„Unsichtbare“ iPhone-Backups sind keine eigene iOS-Funktion, sondern normale Backups, die du nicht arbeiten siehst. Das iCloud-Backup entsteht automatisch, wenn das Telefon gesperrt ist, am Strom hängt und mit dem WLAN verbunden ist. Es enthält App-Daten, Einstellungen, den Home-Bildschirm, Nachrichten und Fotos, wenn „Nachrichten in iCloud“ und „iCloud-Fotos“ ausgeschaltet sind. Außerdem bleiben in iCloud Backups deiner alten Geräte liegen, und auf Computern Backups über den Finder oder iTunes. Die iCloud-Backups findest du in „Einstellungen“: dein Name, „iCloud“, „Accountspeicher verwalten“, „Backups“.

Warum man Backups unsichtbar nennt

Ist „iCloud-Backup“ aktiv, sichert sich das iPhone selbst. Laut Apple erstellt iCloud Backups über WLAN, wenn das Gerät eingeschaltet, gesperrt und mit einer Stromquelle verbunden ist. Für die meisten Menschen ist das die Nacht am Ladekabel. Das Telefon fragt nichts und zeigt nicht an, was genau in die Cloud gegangen ist. Die einzige Spur in den Einstellungen ist eine Zeile mit Datum und Uhrzeit des letzten erfolgreichen Backups. Deshalb glauben viele, sie hätten gar keine Backups, obwohl das Telefon seit Jahren jede Nacht eines erstellt.

Der zweite Grund: Ein Backup lässt sich nicht öffnen. Weder in der App „Dateien“ noch auf iCloud.com gibt es einen Ordner, in dem du seinen Inhalt durchblättern kannst. Apple zeigt nur Gerät, Datum, Größe und die Liste der Apps, deren Daten im Backup stecken. Die Dateien selbst siehst du nur auf eine Weise: indem du das Backup auf einem iPhone wiederherstellst. So wirkt das Backup wie eine harmlose Zeile im Speicher, obwohl es im Grunde eine Momentaufnahme des ganzen Telefons an einem bestimmten Tag ist. Genau deshalb lohnt es sich zu wissen, was darin landet und was nicht.

Was im iCloud-Backup landet und was nicht

Laut Apple enthält das iCloud-Backup Informationen und Einstellungen, die auf dem Gerät selbst gespeichert sind und nicht mit iCloud synchronisiert werden. Das sind App-Daten, iPhone-Einstellungen, der Aufbau des Home-Bildschirms und die Anordnung der Apps, gekaufte Klingeltöne, das Passwort für die visuelle Voicemail und das Backup der Apple Watch, wenn die Uhr mit dem Telefon gekoppelt ist. Dazu kommen iMessage, SMS und MMS, wenn „Nachrichten in iCloud“ ausgeschaltet ist, sowie Fotos und Videos, wenn „iCloud-Fotos“ ausgeschaltet ist. Im zweiten Fall geht die ganze Mediathek ins Backup, auch das Album „Ausgeblendet“. Mehr dazu steht im Ratgeber über ausgeblendete Fotos im Backup.

Was nicht im Backup steckt: alles, was bereits mit iCloud synchronisiert wird. Ist „iCloud-Fotos“ aktiv, liegen die Bilder in der iCloud-Mediathek und nicht im Backup. Das gilt auch für „Nachrichten in iCloud“, Notizen, Kontakte, Kalender und Dateien in iCloud Drive. Für deine Privatsphäre ist das wichtig: Schaltest du das Backup aus, verschwinden diese Daten nicht aus der Cloud, sie bleiben in ihren Diensten. Und hast du „iCloud-Fotos“ ausgeschaltet, damit deine Bilder nicht in die Cloud gehen, das Backup aber aktiv gelassen, landen die Fotos trotzdem in iCloud, nur eben im Backup.

Backups, die du vergessen hast: alte Telefone und Computer

Das Backup eines Telefons verschwindet nicht, wenn du das Telefon wechselst. Bist du auf ein neues iPhone umgestiegen, hast das alte verkauft oder verloren, kann sein letztes Backup weiter Platz in deinem iCloud belegen. Laut Apple bleiben Backups 180 Tage in iCloud, nachdem du das Backup für ein Gerät ausgeschaltet hast, und werden danach gelöscht. Hast du aber nichts ausgeschaltet und das Telefon einfach nicht mehr benutzt, verlass dich nicht auf die automatische Bereinigung. Öffne die Liste der Backups und prüfe selbst: Oft tauchen dort zwei oder drei Geräte auf, die der Besitzer längst vergessen hat.

Das zweite vergessene Backup liegt auf dem Computer. Hast du dein iPhone auch nur einmal über den Finder mit einem Mac oder über iTunes mit einem Windows-Computer verbunden und „Jetzt sichern“ gewählt, liegt eine vollständige Momentaufnahme des Telefons auf der Festplatte. Ohne Verschlüsselung enthält ein solches Backup Fotos und Chats, mit Verschlüsselung kommen gespeicherte Passwörter, WLAN-Einstellungen, der Browserverlauf, Health-Daten und die Anrufliste hinzu. Ist der Computer geteilt, gehört er der Firma oder war er in Reparatur, dann geh davon aus, dass dort ein Backup deines Telefons liegt. Wie die Verschlüsselung solcher Backups funktioniert, erklärt der Ratgeber zur Verschlüsselung von iPhone-Backups.

Überflüssige Backups finden und löschen

Öffne „Einstellungen“, tippe auf deinen Namen, dann auf „iCloud“, „Accountspeicher verwalten“ und „Backups“. In manchen iOS-Versionen heißt der Punkt „Speicher verwalten“. Tippe auf ein Gerät: Du siehst das Datum des letzten Backups, seine Größe und die Liste der Apps mit ihrer Datenmenge. Hier kannst du das Backup für einzelne Apps ausschalten, wenn ihre Daten nicht ins Backup gehen sollen. Das Backup eines alten Telefons löschst du mit „Deaktivieren und von iCloud löschen“. Auf dem Mac öffnest du den Finder, wählst das iPhone in der Seitenleiste und klickst auf „Backups verwalten“, in iTunes unter Windows findest du dieselbe Liste in den Einstellungen des Programms.

Prüfe gesondert Apps, die einen eigenen Cloud-Speicher haben. Messenger und Tresor-Apps können zum Beispiel ein eigenes Backup in iCloud anlegen, das nach eigenen Regeln funktioniert. Vaultaire erstellt ein verschlüsseltes Backup in deiner privaten iCloud-Datenbank: Es ist standardmäßig aktiv, wird alle 24 Stunden aktualisiert und nutzt standardmäßig nur WLAN. Die Dateien werden auf dem Telefon verschlüsselt, Apple speichert nur verschlüsselte Daten und hat keine Schlüssel. Wer jedoch Zugriff auf diese Daten bekommt, kann das Muster ohne das Telefon erraten, deshalb wähle ein langes Muster. Mehr darüber, wo solche Apps Fotos speichern, steht im Ratgeber über Backups von Tresor-Apps in iCloud.

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Quellen

Häufige Fragen

Kann ich mir den Inhalt eines iCloud-Backups ansehen?

Nein. Apple zeigt nur Gerät, Datum, Größe des Backups und die Liste der Apps, deren Daten darin stecken. Einzelne Dateien lassen sich weder auf dem iPhone noch auf iCloud.com öffnen. Um den Inhalt zu sehen, musst du das Backup auf einem Gerät wiederherstellen.

Landen ausgeblendete Fotos im Backup?

Ist „iCloud-Fotos“ ausgeschaltet, ja: Die ganze Mediathek geht ins Backup, auch das Album „Ausgeblendet“. Ist „iCloud-Fotos“ aktiv, liegen die Bilder in der iCloud-Mediathek und gehören nicht zum Backup.

Werden Backups alter Telefone von selbst gelöscht?

Laut Apple bleiben die Backups eines Geräts 180 Tage in iCloud, nachdem du das Backup dafür ausgeschaltet hast, und werden danach gelöscht. Hast du das Telefon verkauft oder verloren, warte nicht: Öffne „Accountspeicher verwalten“, „Backups“ und lösche sein Backup von Hand.

Wie speichert Vaultaire sein Backup in iCloud?

Vaultaire erstellt alle 24 Stunden ein verschlüsseltes Backup in deiner privaten iCloud-Datenbank, standardmäßig nur über WLAN. Apple speichert verschlüsselte Daten und hat keine Schlüssel. Wiederherstellen kannst du das Backup mit deinem Muster oder deiner Wiederherstellungsphrase. Wer Zugriff auf diese Daten hat, kann das Muster ohne das Telefon erraten, deshalb ist ein langes Muster sicherer.